Prometheus 3.0: Neues UI, OpenTelemetry & mehr

Prometheus 3.0: Neues UI, OpenTelemetry-Unterstützung und mehr

Einleitung

Prometheus ist eines der bekanntesten Open-Source-Überwachungs- und Alarmsysteme für Cloud-native Umgebungen. Die Monitoring-Lösung wurde ursprünglich von SoundCloud entwickelt und wird heute von der Cloud Native Computing Foundation (CNCF) betreut. Nach sieben Jahren erhält Prometheus mit Version 3.0 ein großes Update, das zahlreiche neue Funktionen und Verbesserungen bietet.

Was ist Prometheus?

Prometheus ist ein leistungsstarkes Zeitreihen-Datenbank- und Überwachungssystem, das speziell für die Beobachtung und Analyse von verteilten Systemen entwickelt wurde. Es ist für seine robuste Architektur und seine hohe Skalierbarkeit bekannt und wird von Unternehmen weltweit eingesetzt, um Systemmetriken zu erfassen und darauf basierende Alarme zu erstellen. Besonders im DevOps-Bereich erfreut sich Prometheus großer Beliebtheit und wird häufig in Kombination mit Kubernetes verwendet.

Architektur von Prometheus

Die Architektur von Prometheus basiert auf einem Pull-basierten Ansatz, bei dem Metriken von konfigurierten Endpunkten regelmäßig abgefragt und in einer Zeitreihendatenbank gespeichert werden. Zu den zentralen Komponenten gehören:

  • Prometheus Server: Sammelt und speichert Metriken aus verschiedenen Quellen.
  • Exporters: Kleine Programme, die Metriken aus Drittanbieter-Systemen bereitstellen (z. B. Node Exporter für Systemmetriken).
  • Alertmanager: Verarbeitet Alarme basierend auf den von Prometheus gesammelten Metriken und leitet sie an Benachrichtigungsdienste weiter.
  • PromQL: Die leistungsstarke Abfragesprache, mit der Benutzer gespeicherte Metriken analysieren können.

Überblick über die Neuerungen in Prometheus 3.0

Das Update auf Version 3.0 bringt eine Vielzahl von Verbesserungen mit sich, darunter eine vollständig überarbeitete Benutzeroberfläche, experimentelle native Histograms, Unterstützung für UTF-8 sowie einige Breaking Changes, die bei einem Upgrade beachtet werden müssen. Diese Änderungen machen das Tool nicht nur benutzerfreundlicher, sondern auch zukunftssicherer.

Vollständig überarbeitete Benutzeroberfläche

Die Benutzeroberfläche (UI) wurde grundlegend überarbeitet, um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern. Sie basiert nun auf der Mantine UI-Bibliothek und bietet eine modernere, übersichtlichere Gestaltung. Ein besonderer Fokus lag darauf, das UI zukunftssicher zu gestalten, sodass es einfacher aktualisiert und erweitert werden kann.

PromLens-Style Tree View

Das neue Design enthält eine Baumansicht im Stil von PromLens, die die Navigation durch Metriken erleichtert. Dadurch können Benutzer schneller und intuitiver die benötigten Informationen finden. Diese Ansicht ist besonders nützlich für große Systeme mit vielen Metriken.

Verbesserte Metrik-Erkundung

Die neue Metrik-Explorer-Funktion hilft dabei, relevante Daten schneller zu identifizieren und zu analysieren. Zudem gibt es nun einen „Explain“-Tab, der zusätzliche Verhaltensinformationen zu den angezeigten Metriken liefert. Das ermöglicht eine bessere Diagnose und tiefere Einblicke in Systemvorgänge.

Vereinheitlichung der UI und UX in Prometheus

Wie Experten im OpenObservability Talks-YouTube-Kanal erläuterten, soll die Benutzeroberfläche von Prometheus und seinen Komponenten weiter vereinheitlicht werden. Ziel ist es, eine konsistente Nutzererfahrung zwischen dem Haupt-Prometheus-Dashboard und dem Alert Manager zu schaffen.

Native Histograms – Ein neuer Metrik-Typ

Prometheus 3.0 führt experimentelle native Histograms ein, die eine effizientere und kostengünstigere Alternative zu klassischen Histogrammen darstellen sollen. Diese neue Funktion soll langfristig die Verwaltung von Metrik-Daten erleichtern, befindet sich jedoch noch in der Entwicklungsphase.

Native Histograms unterscheiden sich von herkömmlichen Histogrammen dadurch, dass sie eine präzisere Steuerung über Buckets bieten und damit genauere Messungen ermöglichen. Dadurch lassen sich insbesondere Latenzmessungen verbessern, was für Performance-Analysen entscheidend ist.

UTF-8-Unterstützung

Mit der neuen Version unterstützt Prometheus standardmäßig alle gültigen UTF-8-Zeichen in Metrik- und Label-Namen. Dies bietet mehr Flexibilität, insbesondere bei der Internationalisierung, und macht eine manuelle Kodierung überflüssig.

Breaking Changes und Upgrade-Hinweise

Wie bei jedem größeren Release gibt es auch in Prometheus 3.0 einige Änderungen, die zu Inkompatibilitäten führen können. Diese betreffen insbesondere die Optimierung interner Strukturen und das Entfernen veralteter Funktionen. Es wird empfohlen, vor einem Upgrade die offizielle Migrationsanleitung zu konsultieren, um Probleme zu vermeiden.

Unternehmen, die Prometheus in großem Maßstab nutzen, sollten das Upgrade in einer Testumgebung evaluieren, bevor sie es in der Produktionsumgebung ausrollen.

Unterstützung für OpenTelemetry

Eine der bemerkenswertesten Änderungen ist die verbesserte Unterstützung für OpenTelemetry. Dies ermöglicht eine bessere Integration mit anderen Observability-Tools und hilft Unternehmen dabei, ihre Monitoring-Architektur zu vereinheitlichen.

OpenTelemetry ist eine standardisierte Sammlung von APIs, Bibliotheken und Tools zur Erfassung und Weiterleitung von Telemetriedaten wie Logs, Metriken und Traces. Durch die Integration in Prometheus lassen sich Observability-Daten nahtlos zwischen verschiedenen Plattformen austauschen.

Weitere Verbesserungen und zukünftige Entwicklungen

Neben den bereits erwähnten Funktionen sind weitere Verbesserungen geplant. Dazu gehört die Unterstützung für Delta-Temporality, die eine genauere Analyse von Zeitverläufen ermöglicht.

Prometheus 3.0 verbessert außerdem die Speicherverwaltung und reduziert den Ressourcenverbrauch, was insbesondere für große Deployments von Vorteil ist. Zudem werden zukünftige Versionen weitere Performance-Optimierungen mit sich bringen.

Verfügbarkeit

Prometheus 3.0 ist ab sofort verfügbar und kann über die offizielle Webseite oder Container-Registry heruntergeladen werden. Zukünftige Updates werden schrittweise weitere Funktionen und Optimierungen hinzufügen.

Fazit

Prometheus 3.0 markiert einen bedeutenden Meilenstein für das Open-Source-Überwachungstool. Mit einer überarbeiteten Benutzeroberfläche, neuen Metrik-Typen und einer verbesserten Interoperabilität mit OpenTelemetry bleibt Prometheus eine der führenden Lösungen im Bereich Monitoring und Observability. Unternehmen, die auf Prometheus setzen, sollten sich frühzeitig mit den neuen Features vertraut machen, um von den Verbesserungen zu profitieren und einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

Durch die verbesserten Analysemöglichkeiten, die höhere Skalierbarkeit und die neue Metrik-Architektur stellt sich Prometheus weiterhin als eine der besten Monitoring-Lösungen für moderne IT-Infrastrukturen dar.

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