Neue „Next-Generation“ IDE Positron für R und Python veröffentlicht
Posit, das Unternehmen hinter RStudio, hat eine neue integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) namens Positron für R und Python veröffentlicht. Diese neue IDE ist ab heute als öffentliche Beta-Version für macOS, Windows und Linux verfügbar und verspricht daher eine verbesserte Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität für Programmierer.
Positron wurde von Posit PBC in Boston entwickelt, ehemals bekannt als RStudio. Die neue IDE basiert auf Microsofts Visual Studio Code. Benutzer von VS Code werden das Design und die Bedienung von Positron vertraut finden. Die IDE bietet Panels zum Schreiben und Anzeigen von Code, Konsolen und Terminals sowie eine Aktivitätsleiste auf der linken Seite, die Optionen für die Dateinavigation, Versionskontrolle, Debugging und Erweiterungen enthält. Positron ist jedoch von Anfang an einfacher einzurichten, besonders für R- und Python-Benutzer.
Vorteile und Funktionen von Positron
Ein wesentlicher Vorteil von Positron ist, dass keine zusätzlichen Erweiterungen nötig sind, um R oder Python zu nutzen. Im Gegensatz zu VS Code müssen keine speziellen Erweiterungen installiert werden. Tatsächlich wird davon abgeraten, die üblichen VS Code-Erweiterungen für R und Python in Positron zu installieren, da die IDE diese Funktionalitäten bereits integriert hat. Die grundlegenden Sprachdateien sollten auf dem System installiert sein, ebenso wie das IPykernel-Paket für Python. Positron erkennt R- und Python-Installationen automatisch beim ersten Start.
Positron erlaubt zudem die Installation anderer VS Code-Erweiterungen, falls gewünscht. Da Microsoft Drittanbieter-IDEs keinen Zugang zum offiziellen VS Code Marketplace gewährt, werden Positron-Erweiterungen über das OpenVSX-Register installiert. Posit ist ein wichtiger Sponsor von OpenVSX. Es ist jedoch zu beachten, dass nicht alle Autoren von VS Code-Erweiterungen ihre Projekte regelmäßig bei OpenVSX aktualisieren.
Data Science und der integrierte Data Explorer
Positron wird als „next-generation Data Science IDE“ beschrieben und als „erweiterbares polyglottes Werkzeug zum Schreiben von Code und zur Datenexploration“. Ein herausragendes Merkmal ist der benutzerfreundliche Daten- und Variablen-Explorer, der Optionen wie Sortieren und Filtern von Datenrahmen bietet. Dieser Explorer kann sowohl für R- als auch für Python-Daten durch Klicken auf ein Symbol aufgerufen werden.
Der Data Explorer ergänzt somit die codebasierte Datenexploration. Er ermöglicht es, Daten in einem tabellenähnlichen Raster anzuzeigen, zu filtern, zu sortieren und nützliche Zusammenfassungsstatistiken direkt in Positron bereitzustellen. Das Ziel ist es, codebasierte Workflows durch vorübergehende Datenansichten oder Zusammenfassungsstatistiken zu ergänzen, ohne diese zu ersetzen.
Weitere nützliche Funktionen von Positron
Positron bietet darüber hinaus Anpassungen wie die Möglichkeit, eine Zeile eines Python-Skripts mit cmd/ctrl + Enter auszuführen und den Cursor zur nächsten Codezeile zu verschieben, was eine schnelle Code-Prüfung ermöglicht. Für Projekte, die sowohl R- als auch Python-Skripte kombinieren, öffnet die IDE problemlos die richtige Konsole beim Wechsel zwischen den Skripten.
Das Repository von Positron weist darauf hin, dass es sich um ein Frühphasenprojekt in aktiver Entwicklung handelt. Benutzer sollten dies berücksichtigen, wenn sie die IDE ausprobieren möchten. Trotz der frühen Entwicklungsphase zeigt Positron großes Potenzial, die Arbeit von Datenwissenschaftlern und Programmierern zu erleichtern.
Einführung in die Programmiersprache R
R ist eine Programmiersprache und Umgebung für statistische Berechnungen und Grafiken. Sie wurde in den frühen 1990er Jahren von Ross Ihaka und Robert Gentleman an der Universität Auckland entwickelt. R ist ein wichtiges Werkzeug für Datenanalyse und statistische Modellierung und wird weltweit von Datenwissenschaftlern, Statistikern und Forschern genutzt.
R überzeugt vor allem durch die Fähigkeit, komplexe statistische Analysen durchzuführen und detaillierte Grafiken zu erstellen. Eine Vielzahl von Paketen und Bibliotheken unterstützt unterschiedliche Analyseanforderungen, von einfachen linearen Regressionen bis zu komplexen maschinellen Lernmodellen. RStudio hat die Nutzung von R weiter vereinfacht und popularisiert.
Einführung in die Programmiersprache Python
Python ist eine weit verbreitete, interpretierte Hochsprache, die 1991 von Guido van Rossum veröffentlicht wurde. Bekannt für ihre einfache Syntax und Lesbarkeit, eignet sie sich ideal für Einsteiger. Python wird für zahlreiche Anwendungen genutzt, darunter Webentwicklung, Datenanalyse, künstliche Intelligenz und wissenschaftliches Rechnen.
Python zeichnet sich auch durch eine umfangreiche Standardbibliothek und zahlreiche Drittanbieterpakete aus, die fast jede Funktionalität abdecken. Bibliotheken wie NumPy, Pandas, Matplotlib und Scikit-learn machen Python zur bevorzugten Wahl für Datenwissenschaftler. Die Sprache unterstützt verschiedene Programmierparadigmen, einschließlich objektorientierter, prozeduraler und funktionaler Programmierung.
Fazit
Positron bietet viele Funktionen, die es zu einer attraktiven Wahl für Entwickler machen, die mit R und Python arbeiten. Die einfache Einrichtung und Integration der grundlegenden Funktionalitäten ohne zusätzliche Erweiterungen sind besonders vorteilhaft.
Die Entscheidung, auf Microsofts Visual Studio Code aufzubauen, bringt bewährte Stabilität und Flexibilität in die Datenwissenschaft. Die Unterstützung des OpenVSX-Registers ermöglicht eine breite Auswahl an Erweiterungen.
Ein weiteres Highlight von Positron ist der integrierte Data Explorer, der die Datenanalyse und -visualisierung vereinfacht. Benutzer können Datenrahmen sortieren, filtern und Zusammenfassungsstatistiken anzeigen, ohne zwischen verschiedenen Tools wechseln zu müssen.
Positron erhöht die Benutzerfreundlichkeit durch kleine, aber bedeutende Anpassungen wie das einfache Ausführen von Codezeilen und die nahtlose Integration von R- und Python-Skripten. Diese Funktionen sind besonders nützlich für Entwickler, die regelmäßig zwischen beiden Sprachen wechseln.
Obwohl Positron noch in der frühen Entwicklungsphase ist, zeigt es großes Potenzial, eine führende IDE für Datenwissenschaftler und Programmierer zu werden. Die kontinuierliche Entwicklung und das Engagement von Posit für die Verbesserung der IDE lassen darauf schließen, dass zukünftige Versionen noch mehr bieten werden.
Insgesamt stellt Positron somit eine vielversprechende Ergänzung zu bestehenden Entwicklungswerkzeugen dar und könnte sich schnell zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Datenanalyse und wissenschaftliches Rechnen entwickeln.